Der Name Holzberger – kein schwäbischer Name

Seit einem Jahr verfolge ich das Ziel, meine Ahnen aus Kirchenbüchern zu extrahieren. Dabei gibt es immer wieder Schwierigkeiten, die Binnenmigration, fehlerhafte und ungenaue oder fehlende Einträge machen das Suchen beschwerlich.

Beim Namen Holzberger bin ich auf den ersten männlichen Vorfahren in Gilwatsch gestoßen, Mathias Holzberger erscheint 1820 herum und heiratet Altfatter Juliana. Alle Holzbergers in  Gilwatsch und Maitingen können, soweit ich überblicken kann, auf diesen Stammvater zurückgeführt werden. Er ist laut Kirchenbuch 1870 mit 73 Jahren gestorben, für die Zeit ist es ein stolzes Alter.

Im Heiratsregister und im Totenbuch ist sein Alter genannt, er muss um 1797 geboren sein. Der Geburtsort ist aber nirgendwo aufgeführt. Vor ihm sind keine Holzbergers genannt und der Name ist auch nicht in den Grundlagenwerken von Vonház István noch in denen von Hacker Werner zu finden. Es kann also ausgeschlossen werden, dass sie aus Oberschwaben kamen? Der Nachname erscheint schon im 13. Jahrhundert in Nürnberg. Die größten Namensnester sind in Nürnberg, Fürth, Erlangen, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, in Schwäbisch Hall und Freudenstadt zu finden.

Bei meinem letzten Besuch im Sathmarer Land in Fienen hat sich doch ein Licht aufgetan. Beim Studium des Fiener Geburtsregisters überraschte mich ein Eintrag aus dem Jahre 1760, in dem über die Tochter Maria des Ehepaares Carol Holzberger und Anna Venzl, die aus der Kaschaeur Umgebung stammten und in dem Gebiet der Sathmarer Schwaben sich niedergelassen hatten, berichtet wird. Auf dem Gebiet der heutigen Slowakei enstandene Kirchenbücher enthalten den Namen nicht, zumindest Carol Holzberger muss woanders auf die Welt gekommen sein. Es ist möglich, dass diese Spur zu den Ahnen von Mathias Holzberger führt. Da ansonsten keine Einträge im Fiener Kirchenbuch zu finden sind, ist anzunehmen, dass sie weitergezogen sind evtl. nach Schinal. Leider ist das Kirchenbuch aus Schinal beim Kirchenbrand im Jahre 1834 unwiderruflich verlorengegangen.

Eine zweite Spur von Holzbergers führt in das Dorf Deutsch-Mokra (Ukraine, Transkarpatien). 1775 wurde der Ort mit Holz- und Salinenarbeitern aus dem oberösterreichischen Salzkammergut gegründet. Es könnte sein, dass Mathias Holzberger in Deutsch-Mokra auf die Welt gekommen ist und später nach Maitingen weiterzog. Es gab nach ca. 40 Jahren eine Überbevölkerung, deswegen entstand die Tochtersiedlung Königsfeld. Manche wanderten weiter nach Oberwischau.