Archiv der Kategorie: Genealogie

Kopf und Holzberger – woher kamen die Ahnen

Die Namen Kopf und Holzberger kommen im genealogischen Grundlagenwerk von Vonhaz nicht  vor. Mit dem Werk von Hacker bin ich auch nicht weitergekommen, es gibt zwar einige Einträge unter dem Namen Kopf, aber die Angaben über die Personen halfen nicht weiter, da ich den ersten Ahnen, der in Sathmar angekommen ist, noch nicht identifiziert habe. Ein weiterer Grund für das Fehlen der Namen in der Liste von Vonhaz, könnte dem Umstand geschuldet sein, dass meine Ahnen aus anderen benachbarten deutschsprachigen Gebieten wie z.B. aus der Zips zugewandert sind. Der letzte Stand meiner Forschungen ist unter dem Menüpunkt Tagebuch nachzulesen.

Die Häuser und das Grab von Elisabeth Baumann in Gilwatsch

OLYMPUS DIGITAL CAMERALaut Familienüberlieferung wurde das obige Haus von Johann Lang, dem Ehemann von Elisabeth Baumann erbaut. Die Familie lebte in diesem Haus bis 1908, als es zur Schule umfunktioniert wurde und zog danach in das Gebäude der alten Schule, in das heute noch bewohnte Schmitzes-Haus.

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Das Grabstein wurde nach Jahren unlesbar, die Namen und die Geburtsdaten wurden mit Farbe nachgezeichnet. Die Fehler lassen sich aufgrund von fehlenden Quellen erklären, Johann Lang starb 1930 und der Mann von Valeria Lang hieß „Csomai“.

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Es hat sich bestätigt, Maria Baumann, die Mutter von Georg Haller ist wahrscheinlich  1847 geboren und die Eltern hießen laut Teremer Hochzeitsbuch Andreas Baumann und Maria Mellau. Sie war die Tante meiner Ururgroßmutter Elisabeth Baumann, denn ihr Vater Florian Baumann und Maria Baumann waren Geschwister. Meine Ururgroßmutter Elisabeth Baumann war die Kusine ersten Grades von Georg Haller.

Der Werber Christian Götz (Getz) und seine Nachfahrin Maria Mutter geb. Mock

Vor Kurzem wurde ich von einer Bekannten gebeten ihren Stammbaum zu erstellen. Da ihre Vorfahren aus Gilwatsch und Maitingen stammen, habe ich ohne Zögern eingewilligt. Ich hab mit der väterlichen Linie angefangen und den Stammbaum teilweise bis zu den Siedlerfamilien zurückgeführt. Bei der letzten im Maitinger Kirchenbuch erforschbaren Generation wurde ich überrascht. Ich erkannte eine prominente Person wieder. Ihre Ahnin also (Urururururgroßmutter) hieß Ursula Götz und war die Tochter des Werbers Christian Götz (über die Ankunft mit neuen Siedlern von der „Werbetour“ 1736 berichtet auch die Seite Erdeed). Über ihn sind verhältnismäßig viele Daten erhalten.

1723 ist er nach Maitingen eingewandert. Sein Herkuntsort wird mit Rindenmoos angegeben. Man findet im Kreisarchiv Biberach die Kirchenbücher für Rindenmoos. Ich war mittlerweile im Biberacher Kreisarchiv und hab seine Eltern recherchiert. Sein Vater hieß Udalricus Götz und seine Frau Anna Graff. Christian Götz ist am 21. Dezember 1695 auf die Welt gekommen.

Er ist zu seiner Lebzeit zweimal noch, 1736 und 1747 als Werber in der alten Heimat gewesen. Seine Aufgabe war es, neue Siedler anzuwerben sowie Erb-und Geldangelegenheiten für Bekannte und Verwandte zu regeln. Er wurde höchstwahrscheinlich wegen seines Verhandlungsgeschicks und Redegewandtheit vom Grafen Alexander Károlyi ausgewählt. Damit hat er zu den Priviligierten der Gemeinschaft gehört, er durfte zweimal mit dem Schiff nach Oberschwaben treideln.

In wird über ihn (wahrscheinlich am 12. April 1736) gesagt: „Er holt für Hans Grimm, Maitingen, dessen restliches Geld von dessen Vater Hans Georg in Rißeg ab“.  Hans Grimm ist sein Schwager, denn er durfte seine Schwester Ursula Götz (sie stirbt mit  80 Jahren 1773, im Kirchenbuch wird fälschlicherweise das Alter mit 83 Jahren angegeben) heiraten. Sein Vater versprach seinem Sohn am 24. April 1723 nach der Hochzeit 50 Gulden und späteres Erbe. Den Rest dieses Geldes holt Christian Götz 1736 ab. Am 22. Mai sind die Werber mit den neuen Siedlern schon in Erdeed.

In wird über ihn gesagt (28. März 1746): „wohnt seit 25 Jahren in Maitingen, bringt 33 Gulden Erbgeld für Lorenz und Mathias Hauler aus Steinhausen nach Maitingen mit.“

Über seine Familien, Frauen und Kinder kann man folgendes sagen. Es ist anzunehmen, dass er 1723, als noch kein Kirchenbuch in Maitingen geführt wurde, geheiratet hat. Die Ehefrau heißt Franziska Wieland und war zum Zeitpunkt der Hochzeit ca. 17 Jahre alt. 1725 und 1726 wird im Kirchenbuch über die Taufe ihres Sohnes Joseph und ihrer Tochter Maria berichtet. 1732 bekommt sie ihr letztes Kind und stirbt einen Tag darauf, laut Kirchenbuch am 5. Oktober mit nur 24 Jahren. Die wahrscheinliche Ursache ist Kindbettfieber.

Seine zweite Frau heißt Anna Glass, sie heiraten am 19. November 1732 und drei Jahre später kommt  ihr gemeinsames Kind Antonius  auf die Welt. Am 15. Januar 1742 stirbt auch seine zweite Frau laut Kirchenbuch mit 55 Jahren. Nach dem Tod seiner zweiten Frau heiratet er im gleichen Jahr am 06. Februar 1742 die bisher nicht verheiratete Agatha Siegler. In der Zusammenschreibung 1742 werden zwei Söhne, Antonius und Josephus mit 8 und 16 Jahren erwähnt. Außerdem hat er 4 Kühe und 2 Pferde. Wenn wir davon ausgehen, dass der Alterunterschied zu seiner zweiten Frau nicht allzugroß gewesen sein soll, muss er jetzt zwischen 45-50 Jahre alt gewesen sein.

Die Vorfahrin meiner Auftraggeberin, Ursula Götz kommt am 21. November 1744, ihre Schwester Elisabeth 1747 und ihr Bruder Jacobus am 21. Juli 1750 auf die Welt. Christian Götz überlebt auch seine dritte Frau, die am 2. August 1750 mit 32 Jahren an den Folgen der Geburt stirbt. Von einer vierten Heirat ist nichts zu hören. Er stirbt als Witwer am 6. September 1758 mit 63 Jahren. Kein lebender Angehöriger, weder seine Söhne Antonius oder Joseph noch seine Schwester Ursula wussten, in welchem Jahr er auf die Welt gekommen war, im Kirchenbuch steht die Angabe „ca. 60 Jahre“.

Die Geschichte zwischen der Getz-Familie und Mock Maria wird dadurch abgerundet, dass ihr Geburtshaus in Gilwatsch (Hausname Mocks) mit dem Getzes-Haus (Hausname Getzes) benachbart war. In sathmarschwäbischen Gemeinden hat man die Hausnamen besser gekannt als die Familiennamen. Die Häuser wurden nach den Namen ihrer ersten Erbauer benannt. Das Getzes-Haus in Ghilvaci muss von Antonius Götz, dem Halbbruder von Ursula, dessen Aufenthalt zwischen 1760-1770 (er stirbt 35-jährig am 22. Juni 1770) in Gilwatsch belegt ist, erbaut worden sein.

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Das Getzes-Haus, Gilwatsch Nr. 1

In der Zusammenschreibung für das Urbarium im Jahre 1775 ist weder in Maitingen noch in Gilwatsch der Name Götz zu finden.

 

 

Familienforschung und Genealogie bei den Sathmarer Schwaben

Im Falle der Sathmarer Schwaben ist die Familienforschung besonders interessant, da die neuen Siedler größtenteils aus einem Gebiet, aus Oberschwaben eingewandert sind. Nur ein kleiner Teil der Siedler stammte aus Franken, dem Schwarzwald und der Schweiz. Falls die Urahnen gefunden werden können, im Falle eines vollständigen Stammbaumes sind es in jedem Fall einige, besteht die Chance, die Familienforschung bis zum dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zu vertiefen. In den meisten Fällen, sind die Kirchenbücher im dreißigjährigen Krieg  zerstört worden (Verzeichnis der Kirchenbücher im Kreisarchiv Biberach). Mit den Angaben aus den Kichenbüchern kann man entfernte Verwandte auch in der alten Heimat ausfindig machen. Sehr interessante weiterführende Informationen sind auf der Seite der Forschergruppe Oberschwaben zu finden.

Die ersten Aufzeichnungen des Grafen Alexander Károlyi gaben über den Herkunftsort, Familienstand und Geldwerte der neuen Siedler Auskunft. Wie so oft der Fall ist, ließ die Präzision im Laufe des 18. Jh. zu wünschen übrig, die Daten über die Neuankömmlinge wurden ungenauer oder sie wurden gar nicht erfasst. In diesen Fällen waren die Kirchenbücher die wichtigsten Quellen, wobei der Geburtsort in der alten Heimat zumeist nicht angegeben wurde. In den 70-er Jahren des 20.Jh. hat der Jurist und Historiker Werner Hacker alle Auswanderer in den Archiven Baden-Würtembergs recherchiert, sodass die Ahnen bis auf einige Ausnahmen (wenn sie aus Franken oder der Schweiz stammen oder die Archivmaterialien verloren gegangen sind) darin zu finden sind. Sollte ein Name oder Person fehlen, kann das Standardwerk von Vonház István zurate gezogen werden. Es gibt Namen, die in beiden Grundlagenwerken fehlen: der Name Holzberger z.B. kommt in keinem der Werke vor. Ein wichtiger Grund für das Fehlen der Namen in der Liste, könnte der Zuzug aus anderen deutschsprachigen Gebieten, wie z.B. der Zips sein.

 

 

 

Ist Gnandt eine Künstlerfamilie?

Was haben János Gnandt, Stefan Gnandt und Ferenc Gnandt gemeinsam? Sie sind alle bildende Künstler und haben einen gemeinsamen Vorfahren, Jacob Gnandt, der um 1737 nach Schinal übersiedelt ist. Sie haben sich dank des Internets gefunden und 2013 im Karoler Schloss eine gemeinsame Ausstellung organisiert. Damit solche und ähnliche Projekte realisiert werden können, wird diese Seite aufgebaut.

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