Vernissage am 19. Februar um 19 Uhr im DZM in Ulm

Ab Montag, den 19. Februar werden die Bilder von Georg Haller das erste Mal in Deutschland zu sehen sein. Nicht weit weg von der Stelle, an der seine Ahnen die Schachteln bestiegen um auszuwandern, liegt das Donauschwäbische Zentralmuseum. Hier werden seine Bilder im Rahmen einer Ausstellung über „Deutsche in Rumänien – eine Minderheit, viele Geschichten“ gezeigt. Umrahmt wird die Ausstellungseröffnung vom Auftritt der Opernsängerin Esther Kretzinger,  die ebenfalls sathmarschwäbischen Ursprungs ist.

Flyer zur Ausstellung

 

 

Sathmarer Familientag war ein voller Erfolg!

Bereits um 14 Uhr fing im Stadtteilhaus Gaisental der Sathmarer Familientag an, an dem Vertriebene des II. Weltkriegs und deren Nachfahren genauso vertreten waren, wie Spätaussiedler und die aufgrund der Arbeitnehmerfreizügigkeit zugezogenen Landsleute. Auch interessierte Einheimische ohne Sathmarer Hintergrund nahmen an der Veranstaltung teil. Für kulinarische Köstlichkeiten sorgten Gilwatscher Frauen mit der Zubereitung der sathmartypischen Strudlis. Ab 17 Uhr präsentierte der Journalist und Autor Rudi Holzberger seine Erlebnisse über die im Sommer stattgefundene Sathmarreise zu den Verwandten. Ihm folgte ein Grußwort des stellvertretenden Landesvorsitzenden des BDV und MdL Raimund Haser. Richard Holzberger stellte seine genealogischen Forschungen über Maitingen und Gilwatsch vor und Otto Buchmüller überbrachte Grüße der Sathmarer Landsmannschaft. In heiterer Atmosphäre kam es zu interessanten Gesprächen und zu neuen wertvollen Kontakten zwischen den Teilnehmern.

Am 16. September – Sathmarer Familientreffen in Biberach

Alle Interessierten sind am 16. September um 14 Uhr herzlich zum ersten Sathmarer Familientreffen im Stadtteilhaus in Biberach (Banatstr. 34) eingeladen. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „300 Jahre Auswanderung und Heimkehr – Sathmarschwäbische Familienfeier mit Gilwatscher Strudlis“. Im Mittelpunkt stehen die Dörfer Gilwatsch, Maitingen und Terem.

Das Kinderprogramm geht ab 14 Uhr los und Frauen aus Maitingen und Gilwatsch werden derweil die Strudlis zubereiten. Alle, die sich dafür interessieren, können die Geheimnisse der Strudlizubereitung erlernen und den „Strudli-Frauen“ zur Hand gehen.

Für die Eltern der Kinder und andere Gäste gibt es alternativ ab 14 Uhr 30 eine historische Stadtführung durch Biberach.

Ab 17 Uhr fängt das Abendprogramm an. Nach der Eröffnung und den Grußworten, unter anderem vom MdL Raimund Haser, wird es kurze Präsentationen zur Familienforschung bei den Sathmarer Schwaben geben. Anschließend wird das Abendbuffet eröffnet.

Bei Interesse wird um eine Anmeldung bis zum 10. September gebeten.

 

Maitinger Kirche und die bewegliche Figur der Jungfrau Maria

Die Maitinger Kirche wurde 1795 nach den Plänen des Architekten Joseph Bittheuser erbaut. Er stammte aus Würzburg und war der Hofarchitekt der Karolyi-Familie. Seine Lebensdaten sind nicht bekannt aber ein möglicher Verwandter oder Bruder könnte Johann Pleikard Bitthäuser sein.

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Die Maitinger Kirche war die größte unter den sathmarschwäbischen Kirchen, den Turm konnte man fast von jeder Siedlung erblicken. Nicht nur der imposante Bau im barocken Stil macht die Maitinger Kirche besonders, es ist auch die Holzfigur der Jungfrau Maria, deren Glieder beweglich sind. Ihr werden im Lauf des Kirchenjahres verschiedenfarbige Kleider angezogen.

Es wird gemutmaßt, dass die Maitinger Siedler ähnlich wie die Scheindorfer (ihre Figur ist jetzt in Bad Wurzach) die Holzfigur aus der Urheimat mitgenommen hätten oder sie auf der Reise angefertigt hatten. Anfang des 20. Jh. war die Figur in einem schlechten Zustand. Der damalige Pfarrer Leo Haugg hatte sie zur Restauration nach Innsbruck geschickt. In Sathmar ist diese Figur einzigartig und war Gegenstand verschiedener Fernsehreportagen im ungarischen Fernsehen.

Kopf und Holzberger – woher kamen die Ahnen

Die Namen Kopf und Holzberger kommen im genealogischen Grundlagenwerk von Vonhaz nicht  vor. Mit dem Werk von Hacker bin ich auch nicht weitergekommen, es gibt zwar einige Einträge unter dem Namen Kopf, aber die Angaben über die Personen halfen nicht weiter, da ich den ersten Ahnen, der in Sathmar angekommen ist, noch nicht identifiziert habe. Ein weiterer Grund für das Fehlen der Namen in der Liste von Vonhaz, könnte dem Umstand geschuldet sein, dass meine Ahnen aus anderen benachbarten deutschsprachigen Gebieten wie z.B. aus der Zips zugewandert sind. Der letzte Stand meiner Forschungen ist unter dem Menüpunkt Tagebuch nachzulesen.

Die Häuser und das Grab von Elisabeth Baumann in Gilwatsch

OLYMPUS DIGITAL CAMERALaut Familienüberlieferung wurde das obige Haus von Johann Lang, dem Ehemann von Elisabeth Baumann erbaut. Die Familie lebte in diesem Haus bis 1908, als es zur Schule umfunktioniert wurde und zog danach in das Gebäude der alten Schule, in das heute noch bewohnte Schmitzes-Haus.

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Das Grabstein wurde nach Jahren unlesbar, die Namen und die Geburtsdaten wurden mit Farbe nachgezeichnet. Die Fehler lassen sich aufgrund von fehlenden Quellen erklären, Johann Lang starb 1930 und der Mann von Valeria Lang hieß „Csomai“.

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Es hat sich bestätigt, Maria Baumann, die Mutter von Georg Haller ist wahrscheinlich  1847 geboren und die Eltern hießen laut Teremer Hochzeitsbuch Andreas Baumann und Maria Mellau. Sie war die Tante meiner Ururgroßmutter Elisabeth Baumann, denn ihr Vater Florian Baumann und Maria Baumann waren Geschwister. Meine Ururgroßmutter Elisabeth Baumann war die Kusine ersten Grades von Georg Haller.

Georg Haller – mein Verwandter

Georg Haller, der erste moderne bildende Künstler der Sathmarer Schwaben, ist 1883 in Terem auf die Welt gekommen. Als begabtes Kind muss er seinem Lehrer schon in der Grundschule aufgefallen sein. Auf Betreiben seiner Eltern (seine leibliche Mutter starb, als er ein Junge war) sollte er Priester werden. Nach der Grundschule vor Ort in Terem besuchte er das Königlich-Katholische Gymnasium in Sathmar. Anschließend war er ein Jahr lang in einem Priesterseminar. Nach diesem Jahr entschied er sich, gegen den Willen und ohne die finanzielle Unterstützung des elterlichen Hauses, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen.

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Abschlussklasse 1906
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Als Lehrer in Großmichl

Er schreibt sich 1902 an der Königlichen Universität für Bildende Kunst und Pädagogik (Modellzeichenschule) für Zeichenlehrer in Budapest ein und studiert  vier Jahre bis zu seinem Abschluss 1906 hier. Auf dem linken Foto oben ist die Abschlussklasse Georg Hallers zu sehen. Troz widriger Lebensverhältnisse nach der Jahrhundertwende (es ist die Zeit der großen Auswanderungswellen in Ungarn) kann er seinen Lebensunterhalt bestreiten. Laut den Unterlagen der Universität lebte er dreieinhalb Jahre lang von einem Stipendium. Nebenbei verdingte er sich wie viele seiner Kommilitonen als Hauslehrer. Er war als Student und auch später als Absolvent unter anderem bei der Familie Dreher (Bierfabrikant) und der Esterházy-Familie, die ihren Sitz im Burgviertel hatte, engagiert. Seine späteren Stationen bis 1911 als Zeichlenlehrer führten ihn unter anderem wie oben auf dem Foto aus 1909 zu sehen ist, auch nach Großmichel. 1911 bekommt er eine gut dotierte Stelle als Zeichenlehrer in Budapest und lässt sich hier nieder.

Seine künstlerische Hauptschaffenszeit fällt in die Jahre zwischen 1906 und 1925. Er hat viele Stile seiner Zeit (Alföldi-Schule, Expressionismus, Impressionistische Schule von Nagybánya) ausprobiert bzw. wurde von diesen beeinflusst. Er hat vor Allem mit Öl- und Aquarellfarben gemalt. Im Gegensatz zu Künstlern seiner Zeit wie Czóbel Béla z.B. bleiben ihm Auslandsaufenthalte in den Zentren der modernen Kunst wie Paris oder München verwehrt. Auch sein relativ früher Tod 1934 trägt mit dazu bei, dass er und sein Werk in Vergessenheit geraten. Die erste Ausstellung nach seinem Tod fand 2009 an seinem Wohnort in Budapest-Tétény, dem damaligen Dorf und heutigen Vorort von Budapest statt.

Mathilde

Privatleben und Stammbaum

Er heiratete im Jahr 1907 die aus Siebenbürgen stammende Mathilde Hortoványi. Sie ist auf dem dritten Bild als Frau mit Kopftuch abgebildet. Die Ehe blieb kinderlos und seine Frau starb 1918. Vier Jahre später heiratet er die ebenfalls aus Terem stammende und 17 Jahre jüngere Maria Hirimli. Seine heute noch lebende Tochter Maria Magdalena Haller kommt  1931 auf die Welt. Wie ein richtiger Sathmarschwabe widmet er sich auch dem Hausbau. Er kauft 1926 ein Grundtstück im damalig selbständigen Budatétény und entwirft nach eigenen Plänen das Haus, das 1930 fertiggestellt wird und in dem bis heute die Nachkommen leben.

Als ich das Kirchenbuch aus Terem angeschaut habe, wollte ich nur feststellen, ob sich unter den Vorfahren des Künstlers auch solche finden lassen, die Kunsthandwerk betrieben haben. Wie der Kunsthistoriker Sándor Muhi bemerkt, ist es wahrscheinlich, dass schon die Vorfahren künstlerisch begabt waren und solche Berufe ausgeübt haben. Dieser Frage bin ich also nachgegangen und habe schon beim Geburtseintrag nicht schlecht gestaunt: Nicht der Beruf des Vaters hat mich verwundert, sondern der Name und der Herkunftsort der Mutter, der in Kirchenbüchern oft angegeben wird. Dass auf uns bei der Familienforschung immer Überrraschungen warten, ist die Regel.

Die Mutter Maria Baumann war auch eine Binnenmigrantin gewesen, sie stammte aus Wahlei. Meine Ururgroßmutter, Elisabeth Baumann ist auch aus Wahlei gewesen und 1869 auf die Welt gekommen. Das Verwandtschaftsverhältnis der beiden Frauen werde ich im August vor Ort in Sathmar ermitteln. Dass eine Verwandtschaft besteht, ist fast sicher, da alle Baumanns in Wahlei auf den Urvater Christophorus Baumann, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts gelebt hat, zurückführbar sind.

 

Der Werber Christian Götz (Getz) und seine Nachfahrin Maria Mutter geb. Mock

Vor Kurzem wurde ich von einer Bekannten gebeten ihren Stammbaum zu erstellen. Da ihre Vorfahren aus Gilwatsch und Maitingen stammen, habe ich ohne Zögern eingewilligt. Ich hab mit der väterlichen Linie angefangen und den Stammbaum teilweise bis zu den Siedlerfamilien zurückgeführt. Bei der letzten im Maitinger Kirchenbuch erforschbaren Generation wurde ich überrascht. Ich erkannte eine prominente Person wieder. Ihre Ahnin also (Urururururgroßmutter) hieß Ursula Götz und war die Tochter des Werbers Christian Götz (über die Ankunft mit neuen Siedlern von der „Werbetour“ 1736 berichtet auch die Seite Erdeed). Über ihn sind verhältnismäßig viele Daten erhalten.

1723 ist er nach Maitingen eingewandert. Sein Herkuntsort wird mit Rindenmoos angegeben. Man findet im Kreisarchiv Biberach die Kirchenbücher für Rindenmoos. Ich war mittlerweile im Biberacher Kreisarchiv und hab seine Eltern recherchiert. Sein Vater hieß Udalricus Götz und seine Frau Anna Graff. Christian Götz ist am 21. Dezember 1695 auf die Welt gekommen.

Er ist zu seiner Lebzeit zweimal noch, 1736 und 1747 als Werber in der alten Heimat gewesen. Seine Aufgabe war es, neue Siedler anzuwerben sowie Erb-und Geldangelegenheiten für Bekannte und Verwandte zu regeln. Er wurde höchstwahrscheinlich wegen seines Verhandlungsgeschicks und Redegewandtheit vom Grafen Alexander Károlyi ausgewählt. Damit hat er zu den Priviligierten der Gemeinschaft gehört, er durfte zweimal mit dem Schiff nach Oberschwaben treideln.

In [zotpressInText item=“{T6PBFPZW}“] wird über ihn (wahrscheinlich am 12. April 1736) gesagt: „Er holt für Hans Grimm, Maitingen, dessen restliches Geld von dessen Vater Hans Georg in Rißeg ab“.  Hans Grimm ist sein Schwager, denn er durfte seine Schwester Ursula Götz (sie stirbt mit  80 Jahren 1773, im Kirchenbuch wird fälschlicherweise das Alter mit 83 Jahren angegeben) heiraten. Sein Vater versprach seinem Sohn am 24. April 1723 nach der Hochzeit 50 Gulden und späteres Erbe. Den Rest dieses Geldes holt Christian Götz 1736 ab. Am 22. Mai sind die Werber mit den neuen Siedlern schon in Erdeed.

In [zotpressInText item=“{T6PBFPZW,336}“] wird über ihn gesagt (28. März 1746): „wohnt seit 25 Jahren in Maitingen, bringt 33 Gulden Erbgeld für Lorenz und Mathias Hauler aus Steinhausen nach Maitingen mit.“

Über seine Familien, Frauen und Kinder kann man folgendes sagen. Es ist anzunehmen, dass er 1723, als noch kein Kirchenbuch in Maitingen geführt wurde, geheiratet hat. Die Ehefrau heißt Franziska Wieland und war zum Zeitpunkt der Hochzeit ca. 17 Jahre alt. 1725 und 1726 wird im Kirchenbuch über die Taufe ihres Sohnes Joseph und ihrer Tochter Maria berichtet. 1732 bekommt sie ihr letztes Kind und stirbt einen Tag darauf, laut Kirchenbuch am 5. Oktober mit nur 24 Jahren. Die wahrscheinliche Ursache ist Kindbettfieber.

Seine zweite Frau heißt Anna Glass, sie heiraten am 19. November 1732 und drei Jahre später kommt  ihr gemeinsames Kind Antonius  auf die Welt. Am 15. Januar 1742 stirbt auch seine zweite Frau laut Kirchenbuch mit 55 Jahren. Nach dem Tod seiner zweiten Frau heiratet er im gleichen Jahr am 06. Februar 1742 die bisher nicht verheiratete Agatha Siegler. In der Zusammenschreibung 1742 werden zwei Söhne, Antonius und Josephus mit 8 und 16 Jahren erwähnt. Außerdem hat er 4 Kühe und 2 Pferde. [zotpressInText item=“{CTZNBKQ7,37}“] Wenn wir davon ausgehen, dass der Alterunterschied zu seiner zweiten Frau nicht allzugroß gewesen sein soll, muss er jetzt zwischen 45-50 Jahre alt gewesen sein.

Die Vorfahrin meiner Auftraggeberin, Ursula Götz kommt am 21. November 1744, ihre Schwester Elisabeth 1747 und ihr Bruder Jacobus am 21. Juli 1750 auf die Welt. Christian Götz überlebt auch seine dritte Frau, die am 2. August 1750 mit 32 Jahren an den Folgen der Geburt stirbt. Von einer vierten Heirat ist nichts zu hören. Er stirbt als Witwer am 6. September 1758 mit 63 Jahren. Kein lebender Angehöriger, weder seine Söhne Antonius oder Joseph noch seine Schwester Ursula wussten, in welchem Jahr er auf die Welt gekommen war, im Kirchenbuch steht die Angabe „ca. 60 Jahre“.

Die Geschichte zwischen der Getz-Familie und Mock Maria wird dadurch abgerundet, dass ihr Geburtshaus in Gilwatsch (Hausname Mocks) mit dem Getzes-Haus (Hausname Getzes) benachbart war. In sathmarschwäbischen Gemeinden hat man die Hausnamen besser gekannt als die Familiennamen. Die Häuser wurden nach den Namen ihrer ersten Erbauer benannt. Das Getzes-Haus in Ghilvaci muss von Antonius Götz, dem Halbbruder von Ursula, dessen Aufenthalt zwischen 1760-1770 (er stirbt 35-jährig am 22. Juni 1770) in Gilwatsch belegt ist, erbaut worden sein.

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Das Getzes-Haus, Gilwatsch Nr. 1

In der Zusammenschreibung für das Urbarium im Jahre 1775 ist weder in Maitingen noch in Gilwatsch der Name Götz zu finden.